Alles umsonst? Sommerfest im BLESS Missionswerk

Vom Sommerfest im Missionshaus Seewen – und vom Schatz, der nur wächst, wenn man ihn verschenkt

Sommerfest 2026 im BLESS-Haus: gemütliches Beisammensein und erbauende Gespräche im Garten

Der Nachmittag begann vor dem Herrn

Am Sonntag, 14. Juni, durften wir in Schwyz-Seewen unser Sommerfest im Missionshaus feiern. Doch bevor der Grill angezündet wurde, bevor die Tische gefüllt waren und bevor die Kinder den Garten eroberten, begann dieser Tag dort, wo jede echte Gemeinschaft der Kirche beginnen muss: vor dem Herrn.

Cornelia Pfiffner und Franziska Neff führten uns in den Lobpreis hinein, danach folgten eucharistische Anbetung, der Rosenkranz, die Herz-Jesu-Litanei und Gedanken zum heiligsten Herzen Jesu. Im Herz-Jesu-Monat ist das kein frommes Zusatzprogramm. Es ist eine Erinnerung daran, dass die Kirche nicht aus sich selbst lebt. Sie lebt aus dem geöffneten Herzen Christi, aus jener Liebe, die am Kreuz nicht zurückweicht und in der Eucharistie gegenwärtig bleibt.

Sommerfest 2026: Heilige Messe im Kloster St. Peter am Bach in Schwyz mit Pfr. Winfried Abel, Don Martino Mantovani, Vikar Martin Filipponi und Don Philipp Isenegger

Danach feierten wir im Kloster St. Peter am Bach die Heilige Messe. Pfarrer Winfried Abel aus Fulda, seit 62 Jahren Priester, stand der Feier vor und schenkte uns eine Predigt, die nicht einfach schön war, sondern nacharbeitete. Mit dabei waren auch Don Martino Mantovani, ehemaliger Spiritual vom Kloster St. Peter am Bach, Vikar Martin Filipponi aus dem Wallis sowie Pfarrer Markus Lussi, der währenddessen Beichte hörte.

Auch das gehört zu einem geistlichen Fest: nicht nur Musik und Begegnung, sondern Versöhnung und Heimkehr zum Vater.

Sommerfest 2026: Lobpreis mit Gitarre und Gesang im Gottesdienst im Kloster St. Peter am Bach in Schwyz

Der Schatz, den keiner sieht

Pfarrer Abel führte uns in seiner Predigt zu Bruder Klaus, diesem grossen Heiligen unserer Schweizer Glaubensgeschichte. Er erzählte von jener Vision, in der Bruder Klaus einen grossen Platz sah, auf dem die Menschen beschäftigt waren. Jeder hatte etwas zu tun, jeder wollte etwas verdienen, jeder war in seine eigene Arbeit verstrickt. Geld, Geschäftigkeit, Betrieb. Und doch blieben sie arm.

Was für ein Bild für unsere Zeit!

Wir sind beschäftigt wie vielleicht nie zuvor. Unsere Kalender sind voll, unsere Telefone laut, unsere Köpfe müde. Und doch bleibt eine Armut, die kein Kontoauszug zeigt. Eine innere Leere, die sich nicht mit Konsum füllen lässt. Jesus sieht die Menschen und hat Mitleid mit ihnen, „denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Mt 9,36). Ist das nicht auch heute wahr?

Bruder Klaus sah in der Vision einen Palast mit offener Türe, doch die Menschen gingen nicht hinein. Drinnen aber war eine Quelle. Ein dreifacher Quell, Hinweis auf das Geheimnis der heiligsten Dreifaltigkeit. Draussen die Geschäftigkeit, drinnen der Ursprung des Lebens. Draussen das Rennen und Rechnen, drinnen die Gnade.

Pfarrer Abel sagte sinngemäss: Die Ernte ist nicht klein. Jesus sagt: „Die Ernte ist gross, aber es gibt nur wenig Arbeiter“ (Mt 9,37). Das Problem liegt also nicht zuerst darin, dass der Acker hoffnungslos wäre. Vielleicht liegt es eher daran, dass wir zu wenig Menschen haben, die selber aus der Quelle leben und deshalb für andere Quelle werden können.

Sommerfest 2026: Heilige Messe mit Hauptzelebrant und Prediger Pfr. Winfried Abel aus Fulda im Kloster St. Peter am Bach in Schwyz

Umsonst ist nicht vergeblich

Ein Wort aus dem Evangelium stand besonders im Raum: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“ (Mt 10,8). Wie schnell verstehen wir dieses Wort falsch. Umsonst, das klingt für uns nach vergeblich, nach Aufwand ohne Wirkung, nach Enttäuschung. Doch im Evangelium meint es etwas anderes: gratis, geschenkt, als Gnade.

Du hast dein Leben empfangen. Du hast den Glauben empfangen. Du hast Christus empfangen. Und genau darum kannst du dich nicht einfach als Besitzer vor diese Gaben stellen, als müsste Gott froh sein, dass du gelegentlich etwas davon weiterreichst. Alles ist Gnade. Und Gnade wird nicht kleiner, wenn man sie verschenkt.

Vielleicht war genau das an diesem Tag so spürbar. Nach der Messe gingen wir hinüber ins Missionshaus. Es gab einen feinen Apéro, anschliessend wurde grilliert, und bei dieser wunderbaren Teilete war mehr als genug für alle da. Martin Filipponi brachte feinen Käse aus dem Wallis mit, samt Original-Racletteofen, und plötzlich duftete es nach Grill, geschmolzenem Käse, Sommer und Heimat.

Sommerfest 2026 im BLESS-Haus: Raclette bei der Teilete im Garten

Pater Leopold vom Kreuzorden kam später noch dazu, viele Familien waren anwesend, die Kinder spielten auf dem Spielplatz oder am Pingpongtisch, und das Wetter machte uns ein Geschenk. Judith Schuler und ihr Bruder Marcel vom Berg begleiteten uns mit echter Ländlermusik. Mit Schwyzerörgeli und Handorgel schenkten sie dem Fest eine wunderbar heimatliche und fröhliche Note. Es wurde so fröhlich musiziert, dass plötzlich sogar Nachbarn in unserem Garten standen, die wir noch nie gesehen hatten. Natürlich wurden auch sie verköstigt.

Vielleicht ist Mission manchmal genau das: Die Freude wird so hörbar, dass Fremde näherkommen.

Sommerfest 2026 im BLESS-Haus: Pingpong-Spiel und fröhliche Stimmung bei schöner Handorgelmusik

Vom Altar in den Garten

Dieser Tag war mehr als ein schönes Sommerfest. Er war ein kleines Bild dafür, wie Kirche sein kann, wenn sie aus der Eucharistie lebt. Am Altar empfängt sie Christus, im Garten lernt sie, Christus weiterzuschenken. Aus Anbetung wird Gemeinschaft, aus Gemeinschaft wird Gastfreundschaft, aus Gastfreundschaft wird vielleicht ein erster leiser Schritt zur Begegnung mit Gott.

Wir dürfen dankbar sein für alle, die mitgeholfen, vorbereitet, getragen, gekocht, gebacken, musiziert, gebetet und einfach ihr Herz geöffnet haben. Solche Feste kann man nicht machen wie ein Projekt. Man kann nur etwas beitragen und dann staunen, wenn Gott aus vielen kleinen Gaben ein Fest der Gemeinschaft werden lässt.

Sommerfest 2026 im BLESS-Haus: viele Kinder waren bei der Teilete und beim gemütlichen Beisammensein dabei

Und doch bleibt die Frage, die Pfarrer Abel uns mitgegeben hat: Was hast du empfangen? Und wem wirst du zum Geschenk?

Denn alles, was wir für uns behalten wollen, wird irgendwann arm. Was wir aus Liebe verschenken, wird uns im Himmel hinterlegt sein.

Umsonst haben wir empfangen.
Umsonst sollen wir geben.
Und vielleicht beginnt genau dort das wahre Fest.

Wer etwas von dieser Gemeinschaft weiterkosten möchte, ist herzlich zu unseren Exerzitien vom 8. bis 12. Juli in Immensee eingeladen. Dort wollen wir gemeinsam beten, die Heilige Messe feiern, Christus tiefer begegnen und neu entdecken, dass Kirche nicht zuerst ein Programm ist, sondern eine Familie, die aus dem Herzen Jesu lebt.

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