Feuer prüfen – Encounter School of Ministry

Meine persönliche katholische Unterscheidung der Encounter School of Ministry

Nach acht Quartalen Encounter School of Ministry: eine persönliche katholische Analyse über Charismen, Eucharistie, Prophetie, Heilung und Unterscheidung.

Feuer hat etwas Faszinierendes. Wer einmal in einer kalten Nacht vor einem Feuer gestanden ist, weiss: Man bleibt nicht unberührt. Feuer zieht an. Es wärmt, sammelt, erhellt, macht sichtbar, was vorher im Dunkeln lag. Vielleicht ist mir dieses Bild auch deshalb so präsent, weil das BLESS Missionswerk selbst eine Flamme im Logo trägt. Unsere Sehnsucht war von Anfang an nicht, ein weiteres kirchliches Projekt zu verwalten, sondern Feuer zu entfachen: Glauben, der wieder brennt; Herzen, die sich von Christus entzünden lassen; eine Kirche, die nicht nur Asche bewacht, sondern vom Heiligen Geist her neu leuchtet. Genau darum ist das Feuer für mich kein fremdes Bild. Es gehört zu meiner Berufung, zu unserem Missionswerk und zu meiner Hoffnung für die Kirche in der Schweiz.

Vielleicht habe ich gerade deshalb diese zweijährige Ausbildung begonnen. Nicht, weil mir das Feuer fremd wäre, sondern weil ich wissen wollte, ob es wirklich auf dem Altar brennt. Nach acht Quartalen habe ich sie nun abgeschlossen. Ich sass nicht am Rand und habe von aussen kommentiert. Ich war dabei. Ich habe die Vorträge gehört, die Unterlagen studiert, Aufgaben geschrieben, in Kleingruppen mitgearbeitet, gebetet, zugehört und manches auch dankbar empfangen. Gerade deshalb schreibe ich nicht leichtfertig. Wer Feuer gesehen hat, soll nicht so tun, als wäre da nur Rauch gewesen. Aber wer Feuer liebt, muss auch fragen, auf welchem Altar es brennt.

Altar mit Kerzenlicht als Bild für Eucharistie und katholische Unterscheidung der Geister

Aus dieser Prüfung ist eine ausführliche persönliche Analyse entstanden, die am Ende dieses Beitrags heruntergeladen werden kann. Sie ist keine offizielle kirchliche Beurteilung und kein Urteil über die Herzen der Verantwortlichen oder Teilnehmenden. Sie ist eine priesterliche Einschätzung nach eigener Teilnahme, eigener Auswertung der mir vorliegenden Materialien und ergänzender Recherche.

Und gleich zu Beginn möchte ich sagen: Ich habe bei Encounter viele Menschen erlebt, die Christus lieben. Menschen, die beten, die katholisch glauben wollen, die sich nicht mit einem müden Kirchenbetrieb zufriedengeben und die eine ehrliche Sehnsucht nach missionarischer Fruchtbarkeit in sich tragen. In einer Zeit, in der viele Pfarreien eher nach Verwaltungsstelle als nach brennendem Obergemach wirken, ist diese Sehnsucht nicht geringzuschätzen. Die Kirche braucht Laien, die beten, die Zeugnis geben, die für Menschen da sind und die wieder damit rechnen, dass Gott heute handelt.

Gerade darin liegt aber auch die Versuchung. Wo etwas endlich wieder lebendig wirkt, will man nicht bremsen. Wo Menschen aufblühen, möchte man nicht der sein, der Fragen stellt. Wo vom Heiligen Geist gesprochen wird, klingt Prüfung schnell nach Misstrauen. Doch die Heilige Schrift denkt anders. Johannes schreibt: «Liebe Brüder, traut nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgezogen.» (1 Joh 4,1) Und Paulus sagt nicht: Löscht alles aus, was euch fremd ist. Er sagt: «Prüft alles, und behaltet das Gute!» (1 Thess 5,21)

Genau das war mein innerer Weg. Ich wollte nicht den Heiligen Geist dämpfen. Ich wollte aber auch nicht jede geistliche Dynamik einfach übernehmen, nur weil sie kräftig, mutig oder erfolgreich wirkt. Feuer ist gut, wenn es auf dem Altar brennt. Daneben kann dasselbe Feuer Schaden anrichten.

Mein Kurzurteil lautet deshalb: Encounter ist ein gemischtes Phänomen. Es enthält echte katholisch anschlussfähige Elemente. Es weckt missionarischen Mut, erinnert an Taufe und Firmung, nimmt Heilung, Prophetie, Gebet und Evangelisation ernst und ruft Laien aus einer Passivität heraus, die der Kirche nicht innerlich lähmt. Doch in der vorliegenden Form halte ich die Ausbildung theologisch nicht für ausreichend geklärt, besonders nicht für den deutschsprachigen und Schweizer Kontext.

Das Problem liegt nicht darin, dass Encounter charismatisch ist. Die Kirche war von Anfang an charismatisch. Die Apostelgeschichte ist voll von Kühnheit, Heilung, Gebet, Zeichen und Sendung. Das Problem liegt eher darin, dass Charismen über weite Strecken in einer Sprache von Aktivierung, Training, Werkzeugen, Vollmacht, Risiko und Wirkung vermittelt werden, während die sakramentale, eucharistische, marianische, asketische und kirchlich-hierarchische Ordnung zu wenig das Fundament bildet.

Jesus begegnet einem Menschen im Licht des Feuers als Bild für katholische Unterscheidung

Katholisch beginnt Sendung nicht zuerst mit Aktivierung, sondern mit Christus. In der Taufe werden wir ihm eingegliedert, in der Firmung gestärkt, in der Beichte gereinigt, in der Eucharistie genährt und im Kreuz geformt. Charismen sind reale Gaben des Heiligen Geistes, aber sie sind kein geistlicher Werkzeugkasten, den man einfach aufklappt und bedient. Die Gnade ist kein Transfergut, das von einer Person auf die nächste weitergereicht wird wie ein Stromkabel. Sie bleibt Geschenk. Sie bleibt unverfügbar. Sie gehört der Kirche und dient der Kirche.

Darum sind manche Elemente für mich schwer zu übernehmen: prophetische Aktivierungen, Salbungsübertragung, befehlender Laien-Befreiungsdienst, Manifestationsrhetorik, Tattoo-Interpretation, Seven-Mountains-Sprache, der fünffache Dienst in einer protestantisch-charismatischen Logik und die punktuelle Verwendung der Passion Translation. Nicht alles davon ist gleich schwerwiegend, und nicht jeder, der solche Begriffe verwendet, meint automatisch etwas Unkatholisches. Aber aus katholischer Sicht brauchen solche Begriffe eine viel strengere Reinigung, als ich sie in der Ausbildung wahrgenommen habe.

Besonders sensibel wird es dort, wo es um den Menschen selbst geht: seine Seele, seinen Leib, seine Wunden, seine Ängste, seine Geschichte. Der böse Feind ist kein Trainingsobjekt, an dem man Mutübungen machen sollte. Die Seele des Menschen ist kein Übungsfeld für geistliche Tools. Und der Leib des anderen ist keine prophetische Lesefläche, auf der man sichtbare Zeichen einfach geistlich deutet. Ein Tattoo kann ein Gesprächsanlass sein, vielleicht sogar eine Tür zu einer Lebensgeschichte. Aber wenn es als prophetischer Auslöser gelesen wird, beginnt eine Grenze zu wanken, die katholische Seelsorge mit grosser Ehrfurcht schützen muss.

Hier kommt für mich Maria ins Spiel. Eine katholische Schule des Heiligen Geistes ohne eine tiefe marianische Form bleibt unvollständig. Maria ist nicht ein frommer Zusatz, den man irgendwann noch an den Rand stellen kann. Sie ist die Braut des Heiligen Geistes, aber gerade nicht im Sinn von Methode, Technik oder geistlicher Selbstverfügbarkeit. In ihr geschieht das Wirken Gottes durch Hören, Empfangen, Bewahren und Gehorchen. «Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.» (Lk 1,38) Das ist die tiefste Schule jedes Charismas: nicht besitzen, sondern empfangen; nicht sich selbst gross machen, sondern Raum werden für den Herrn.

Noch tiefer führt alles zur Eucharistie. Die heilige Messe ist nicht eine Frömmigkeitsform neben charismatischem Dienst. Sie ist Quelle und Höhepunkt. Dort brennt das Feuer der Kirche. Dort wird das Kreuzesopfer Christi gegenwärtig. Dort werden Brot und Wein verwandelt, und dort soll auch unser Leben auf den Altar gelegt werden: unsere Sehnsucht nach Fruchtbarkeit, unsere Wunden, unsere Ohnmacht, unsere Sendung, unsere Pläne und auch unsere geistlichen Erfahrungen. Wenn Heilung, Prophetie, Befreiung und Evangelisation nicht aus diesem Opfer herausfliessen und dorthin zurückführen, entsteht leicht eine Parallelwelt: In der Messe empfange ich Jesus, aber im Kurs lerne ich die eigentlichen Werkzeuge für Wirkung. Genau diese Trennung darf es katholisch nicht geben.

Darum würde ich Encounter in der vorliegenden Form nicht allgemein empfehlen, besonders nicht für Laien ohne solides katholisches Fundament. Wer kaum Katechismus, Beichte, Eucharistie, geistliche Begleitung, Mariologie, Kreuzestheologie und kirchliche Ordnung kennt, kann sehr schnell in geistliche Felder geführt werden, die er nicht wirklich einordnen kann. Ein gut gebildeter, sakramental lebender, geistlich stabiler und kirchlich eingebundener Mensch kann aus Encounter manches mitnehmen. Aber auch dann nicht naiv, nicht unbegleitet und nicht ohne Prüfung.

Ich schreibe das nicht gegen Menschen. Ich schreibe über ein Modell. Die Freundlichkeit der Beteiligten habe ich erlebt und schätze sie. Aber gute Menschen können auch durch ungenügend geklärte Modelle überfordert werden. Gerade weil ich das Feuer liebe, wünsche ich mir, dass es nicht neben dem Altar brennt, sondern auf ihm. Ich wünsche mir eine katholische Ausbildung, die den missionarischen Mut von Encounter behält, aber tiefer aus der Eucharistie lebt, stärker marianisch geformt ist, klarer zur Beichte führt, nüchterner unterscheidet, langsamer aktiviert, mehr schweigt und aus dem Hören heraus gehorcht.

Es geht nicht um weniger Heiligen Geist. Im Gegenteil. Es geht um den Heiligen Geist in der ganzen Fülle der katholischen Kirche. Um ein Feuer, das nicht aus Hype lebt, sondern aus dem Opfer Christi. Um eine Sendung, die nicht aus geistlicher Selbstvergewisserung kommt, sondern aus dem Altar. Um Charismen, die nicht die Sakramente überholen, sondern aus ihnen hervorgehen und wieder zu ihnen zurückführen.

Mein Fazit ist deshalb einfach: Das Feuer nicht löschen. Aber prüfen. Reinigen. Auf den Altar legen. Und der Kirche unterstellen.

Die ausführliche persönliche Analyse mit Quellen, Einzelbefunden, theologischer Ampel, Gefahrenmatrix und konkreten pastoralen Leitplanken kann hier heruntergeladen werden:

10 Responses

  1. Vielen Dank für diese ausführliche Rückmeldung aus den 2 Schuljahren. Ich beginne heute den sommer inteniv kurs und mache mir natürlich Gedanken über ein danach.
    Genau ihre Gedanken, dass das Feuer auf dem Altar brennen muß , ist für mich zentral wichtig.
    Ich denke , kann nun besser meine Entscheidung treffen.

    wir sehen uns auf Ziteil und hoffe können noch darüber austauschen.

    herzlichen Dank, Don Philipp Isenegger

    freundliche Grüße

    Petra Wirth

  2. Lieber Philipp
    Ich frage mich gerade, warum hast du soviel Zeit für diesen Artikel investiert? und ich frage mich auch hier, was ist das für einen Geist?
    Was ist das Ziel?
    Erbauend? Ermutigend? Stärkend? Tröstend?

    Braucht es in der heutigen Zeit nicht dringender denn je apostolische Laien die aufstehen und mutig ihren Glauben bezeugen?

    Wer rüstet diese aus??

    Herzlichen Gruss Elisabeth

    1. Liebe Elisabeth

      Danke für deine offenen Fragen. Ich nehme sie ernst, gerade weil dahinter eine wichtige Sorge steht: Die Kirche braucht heute apostolische Laien, die mutig aufstehen, ihren Glauben bezeugen und sich vom Heiligen Geist senden lassen. Da bin ich ganz bei dir.

      Mein Artikel richtet sich nicht gegen apostolische Laien. Und auch nicht gegen Charismen, Heilungsgebet, Prophetie oder missionarischen Mut. Die Frage ist vielmehr: Wie werden Laien dafür ausgerüstet? Aus welcher geistlichen Mitte heraus? Mit welcher katholischen Formung? Mit welcher sakramentalen Verwurzelung? Mit welcher Unterscheidung der Geister?

      Genau darum habe ich den Artikel geschrieben. Nicht, weil ich Feuer löschen will, sondern weil Feuer geprüft werden muss. Die Schrift sagt beides: «Löscht den Geist nicht aus!» und zugleich: «Prüft alles, und behaltet das Gute!» (1 Thess 5,19.21). Und Johannes mahnt: «Liebe Brüder, traut nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind» (1 Joh 4,1).

      Ich habe Encounter nicht von aussen beurteilt. Ich habe die zwei Jahre selber mitgemacht. Ich habe Gutes erlebt und auch profitiert. Ich habe sogar selbst Menschen in der Schweiz ermutigt, diesen Weg zu gehen. Gerade deshalb muss ich heute ehrlich sagen: Ich würde das so nicht mehr tun. Das ist für mich keine theoretische Korrektur, sondern auch eine persönliche Verantwortung.

      Als Priester kann ich nicht nur fragen, ob etwas begeistert, ermutigt oder aktiviert. Ich muss auch fragen, ob es theologisch genügend geklärt ist, ob es katholisch sauber geordnet ist und ob Laien nicht zu schnell in geistliche Felder geführt werden, die viel Reife, Begleitung und kirchliche Einordnung brauchen.

      Ja, die Kirche braucht Laien, die brennen. Aber sie braucht ein Feuer, das vom Altar her kommt: aus der Eucharistie, aus der Beichte, aus dem Gebet, aus der Demut, aus der Lehre der Kirche und aus dem Gehorsam gegenüber Christus. Charismen sind echte Gaben Gottes. Aber sie sind kein geistlicher Werkzeugkasten, den man einfach trainiert und einsetzt.

      Darum bitte ich dich wirklich, nicht nur den Blogbeitrag zu lesen, sondern auch das ganze PDF darunter. Besonders wichtig sind dort die Kapitel 8 zur Unterscheidung der Geister, 11 zu den besonderen Risiken für Laien, 17 zur priesterlichen Verantwortung, 22 zur Empfehlung nach Personengruppen und 34 zu dem, was ich konkret anders machen würde. Dort ist vieles differenzierter ausgeführt, als es in einem Blogkommentar möglich ist.

      Mein Ziel ist nicht Entmutigung, sondern Klärung. Nicht weniger Heiliger Geist, sondern mehr Heiliger Geist in der ganzen Fülle der katholischen Kirche. Und auch nicht weniger Sendung, sondern eine Sendung, die tiefer aus Christus kommt.

      Herzlich Grüsse
      Don Philipp

  3. Von Herzen danke ich Ihnen für Ihren Beitrag! Ich glaube, es hat einigen Mut gekostet diesen zu schreiben.

    Danke für Ihre klaren Worte und für Ihre Offenheit. Es deckt sich mit dem, was auch ich denke.

    Vergelts Gott sowie Gottes reichsten Schutz und Segen

    1. Liebe/r S.I.

      Herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung und für Ihr Gebet.

      Ja, ich kann bestätigen: Es hat mich einige Überwindung gekostet, diesen Beitrag zu schreiben. Ich hätte auch einfach weitergehen und alles so stehen lassen können. Ich habe mir gut überlegt, ob ich überhaupt etwas veröffentlichen soll.

      Gleichzeitig habe ich in diesen zwei Jahren jede Woche für mich zusammengefasst, geprüft und ausgewertet. Ich habe viel Zeit in diesen Kurs investiert und, wie ich im Dokument auch schreibe, in manchem wirklich profitiert. Gerade deshalb wollte ich nicht leichtfertig urteilen.

      Aber als Priester trage ich Verantwortung. Und wenn ich merke, dass ich Menschen früher zu etwas ermutigt habe, das ich heute differenzierter beurteilen muss, dann darf ich nicht einfach schweigen.

      Wichtig bleibt mir: Das ist meine persönliche priesterliche Einschätzung, keine offizielle kirchliche Beurteilung. Aber ich sehe die Gefahr, dass ein geistlicher Hype irgendwann keine Kritik mehr zulässt. Genau das wäre nicht gesund. Echte geistliche Erneuerung muss Prüfung aushalten können.

      Ich wünsche Encounter wirklich, dass es wächst — aber katholisch geklärt, tiefer verwurzelt und offen für ernsthafte Rückmeldungen. Was davon aufgenommen wird, liegt letztlich in der Verantwortung der Verantwortlichen vor Gott.

      Vergelt’s Gott und herzliche Grüsse
      Don Philipp

  4. Ein herzliches Grüeziwohl

    Mir erscheint dieser Artikel überaus hilfreich und zutiefst wichtig und notwendig! Ich bedanke mich sehr herzlich dafür und den freien Zufang zur vertieften Reflexion dieser Thematik!

    So schnell wird heute alles, was nach Tiefe und Lebendigkeit aussieht, ungeprüft gut- und willkommen geheissen! Wenn der Brunnen ausgetrocknet scheint, nimmt man Wasser mit überaus freudig erregtem Herzen auf – und vergisst, dass die Quellen vergiftet oder zumindest verschmutzt sein könnten.

    Dort, wo Lauheit ist, wo die Christenheit sozusagen eingeschlafen ist, hat der Feind keine grosse Herausforderung. Da aber, wo Herzen glühen und leben, da «kitzelts» ihn gehörig!

    Heisst es nicht: «Zieht an die Waffenrüstung Gottes, um den listigen Anschlägen des Teufels zu widerstehen! Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geister in den himmlischen Bereichen. Darum legt die Waffenrüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils widerstehen, alles vollbringen und standhalten könnt!»

    und «Seid nüchtern, seid wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann. Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens!»

    Wie Don Philipp es schrieb: die Menschen können es von Herzen gut meinen und wirklich zutiefst ehrlich für das Reich Gottes wirken wollen.

    Wollte dies nicht auch Simon Magus?
    «Auch Simon WURDE GLÄUBIG, ließ sich taufen und schloss sich dem Philippus an; und als er die großen Zeichen und Machttaten sah, geriet er außer sich vor Staunen…. Gebt auch mir diese Vollmacht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfängt.» 

    Er wurde gläubig; doch sein Streben war (noch) nicht geläutert.

    Ich danke Don Philipp zutiefst für seinen Mut und die Entscheidung, diese geistige Auseinandersetzung zu veröffentlichen!

    «Nehmt mein Joch auf euch und LERNT VON   M I R; denn ich bin gütig und VON HERZEN   D E M Ü T I G….“ 

    Lernt von IHM, lernt von Seiner Mutter. Und der Heilige Geist wird wundersam wirken in und durch Euch – und es kann sein, dass es sein wird wie bei Mose, dessen Angesicht strahlte und er selber wusste es nicht….  «Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt.»

    «Dem Demütigen gibt Gott Gnade.»

  5. Lieber Don Philippe, als guter Hirte trägst du auch Verantwortung für Menschen, die nach der Lektüre deines Artikels sich nun entmutigt fühlen die Encounter Schule zu machen, und darum möchte ich hier gerne mein Zeugnis geben. Die Encounter Schule ist, wie Du sagst wirklich für diejenigen gedacht, die eine tiefe Beziehung zum Herrn bereits pflegen und regelmässig die Sakramente empfangen. «Da ihr nach Geistesgaben strebt, gebt euch Mühe, dass ihr damit vor allem zum Aufbau der Gemeinde beitragt» 1 Kor 14, 12. Gaben und Charismen werden in unseren Pfarreien selten erkannt und gefördert. Die Encounter Schule bietet hierzu die Möglichkeit diese zu entdecken und in einem geschützten Rahmen zu trainieren. Für mich ist Schule ein Geschenk Gottes für die Erweckung der katholischen Kirche in der heutigen Zeit! Neun mein Zeugnis: Ich war mir unsicher, ob ich Gottes Stimme hören kann und wurde von Gott so ermutigt! In einer Hausaufgabe sollten wir für eine Person, die Gott uns gezeigt hat, einen Eindruck von IHM erbitten und es ihr weiterleiten. Die Person ruft mich kurz nach Erhalt meiner WhatsApp an und sie sagte mir, dass sie vor Jahren genau denselben Eindruck von jemandem bekommen hatte, und sie diesen Eindruck im Herzen bewahrt hat. Es war also eine Bestätigung an sie und gleichzeitig für mich. Also es gibt keine grössere Freude muss ich sagen, Gott so dienen zu dürfen. Es hat mich in eine tiefere und intimere Beziehung mit Gott geführt. Denn dies wurde in der Schule immer wieder betont und wird in einem eigenen Quartal «Intimität» auch vertieft. Die Quelle ist Jesus, ist ER in der Eucharistie. Er tuts! Auch wenn ausgewählte «Tools», die wir kennengelernt haben für innere Heilung oder in der «Powerevangelisierung» aus der Freikirche kommen, so wurden auch diese Pastoren vom Heiligen Geist geführt, und erachte ich diese von der Leitung der Encounter School als sorgfältig ausgewählt und in unserem katholischen Milieu erprobt. Deine Aussage, dass das Feuer nicht auf dem Altar brennt, kann ich deshalb nicht nachvollziehen, und ist für mich so nicht haltbar.

    1. Liebe Cornelia

      Danke für dein Zeugnis. Ich nehme das ernst und möchte es auch nicht kleinreden. Wenn Gott dich dadurch ermutigt und in eine tiefere Beziehung zu ihm geführt hat, dann ist das etwas, wofür man dankbar sein darf.

      Gleichzeitig ist für mich wichtig: Ein persönliches Zeugnis kann eine echte Gnade bezeugen, aber es beantwortet noch nicht die Frage, ob ein ganzes Ausbildungsmodell theologisch und kirchlich genügend geklärt ist. Genau diese Unterscheidung versuche ich in meinem Beitrag und im ausführlichen PDF zu machen.

      Du schreibst, ich trage als Hirte Verantwortung für Menschen, die sich nach der Lektüre vielleicht entmutigt fühlen. Ja, das stimmt. Aber gerade deshalb darf ich nicht schweigen. Ein Hirte hat nicht nur die Aufgabe zu ermutigen, sondern auch zu prüfen und zu warnen, wenn geistliche Praktiken in Bereiche führen, die viel Reife, klare Lehre, kirchliche Ordnung und sakramentale Verwurzelung brauchen.

      Es geht mir nicht um Entmutigung, sondern um Wahrheit. Paulus schreibt: «Da ihr nach Geistesgaben strebt, gebt euch Mühe, dass ihr damit vor allem zum Aufbau der Gemeinde beitragt.» (1 Kor 14,12). Gerade der Aufbau der Gemeinde verlangt aber Prüfung, Ordnung und klare Rückbindung an die Kirche.

      Der Punkt mit den freikirchlichen Tools ist für mich zentral. Ich bestreite nicht, dass Gott auch ausserhalb der sichtbaren Grenzen der katholischen Kirche wirkt. Aber Methoden, die aus einem freikirchlich-charismatischen Umfeld stammen, kommen aus einer anderen theologischen und geistlichen Ordnung. Dort werden Sakramente, Amt, Eucharistie, Beichte, Kirche, Autorität und Befreiungsdienst anders verstanden. Darum reicht es nicht zu sagen, solche Tools seien im katholischen Milieu erprobt. Dass Katholiken etwas verwenden und dabei gute Erfahrungen machen, bedeutet noch nicht, dass es katholisch wirklich gereinigt und geordnet ist.

      Wenn ich schreibe, dass das Feuer nicht genügend vom Altar her brennt, meine ich nicht, dass bei Encounter nie von Jesus oder der Eucharistie gesprochen wird. Ich meine: Die Grundlogik der Ausbildung kommt in wesentlichen Teilen nicht aus der sakramentalen Mitte der Kirche, sondern aus Aktivierung, Training, Tools, Vollmacht, Wirkung und geistlicher Anwendung. Genau hier sehe ich die Schieflage.

      Darum mein Fazit: Ich anerkenne echte Früchte. Ich anerkenne auch dein Zeugnis. Aber gute Früchte heben die Pflicht zur Prüfung nicht auf. Das Feuer darf nicht gelöscht werden. Aber es muss auf den Altar gelegt, gereinigt und der Kirche unterstellt werden.

      Herzlich
      Don Philipp

  6. Seien wir doch mal ehrlich: Es braucht Gebet. (Gospa: Betet, betet, betet, liebe Kinder). Und es braucht die Beziehung zu ihrem Sohn. Er weist niemanden ab. Also: die Heilige Eucharistie, Anbetung vor dem Alleheiligsten, Beichte, Sein Wort (Bibel). Und natürlich kann es gut und wichtig sein, zu vertiefen. Mache ich auch oft und gerne, eben erst zur Hl. Eucharistie. Und da bin ich schon bei Don Phillip. Es braucht auch einen gefestigten Führer, der in Wissen und aus dem Geist und in liebender Ermahnung, Dinge gerade rückt. Damit ist nicht gesagt, dass das andere nicht auch können.
    Aber die Unterscheidung der Geister ist enorm wichtig. Haben wir nicht alle oft, das Gefühl, «richtig» zu handeln – und bemerken vielleicht erst nach langer Zeit oder durch Mitmenschen, dass wir auf dem Holzweg sind? Der Feind ist mächtig und viele kommen in Jesu‘ Namen. Deshalb: Betet, betet, betet. Da seid ihr auf der sicheren Seite.
    Herzgruss

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